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Frank
Jentzsch zu Besuch im Kindergarten:
Rhythmische Spiele, Kettenmärchen, Märchen und Geschichten

Auszug
aus dem russischen Kettenmärchen „Der Pfannkuchen“
(F.J. nach Afanasjew)
……Und
er rollte und rollte, da kam der GRAUE WOLF geschlichen: (schnuppert)
„Mmh, ein schöner Pfannkuchen! Ich will dich fressen.“
– „Das kannst du, aber höre dir vorher mein Liedchen
an.“ - „Singe nur, doch nicht zu lang, ich habe Hunger!“
„Bin vom Fach gefegt,
aus dem Faß gekratzt,
mit dicker Milch gemischt,
in der Pfanne gebacken,
im Fenster gekühlt,
auf`s Bänkchen gehüpft,
über die Dielen gerollt,
über die Schwelle gesprungen,
die Stufen hinab,
die Landstraße entlang.
Babuschka und Djeduschka konnten mich nicht fangen, der Hase Scheelauge
konnte mich nicht fangen, und du, GRAUER WOLF, wirst mich auch nicht
kriegen!“ Und er rollte am grauen Wolf vorbei, so schnell,
daß der nicht wußte, wo der Pfannkuchen hingeraten war.
Und er rollte und rollte, da zottelte BÄR KRUMMBEIN heran (schnuppert)
„Mmh, ein schöner Pfannkuchen! Ich will dich fressen.“
– „Das kannst du, aber höre dir vorher mein Liedchen
an.“ – „Singe nur, doch nicht zu lang, ich habe
Hunger!“
„Bin vom Fach gefegt,
aus dem Faß gekratzt,
mit dicker Milch gemischt,
in der Pfanne gebacken,
im Fenster gekühlt,
auf`s Bänkchen gehüpft,
über die Dielen gerollt,
über die Schwelle gesprungen,
die Stufen hinab,
die Landstraße entlang.
Babuschka und Djeduschka konnten mich nicht fangen,
der Hase Scheelauge konnte mich nicht fangen, der graue Wolf konnte
mich nicht kriegen, und du, BÄR KRUMMBEIN, wirst mich auch
nicht kriegen!“ ……........ Zum Schluß gibt`s
die Überraschung:

................
und du, Schlaues Füchslein, wirst mich auch nicht...
Happ! machte der Fuchs und fraß den Pfankuchen auf. Und der
hat ihm so gut geschmeckt: ich möchte der Fuchs gewesen sein.
Du auch?
Wie
wir sprechen lernen: Kinder
kommen mit bedingungslosem Vertrauen auf die Welt. Sie lernen Chinesisch
oder Schwäbisch, je nach dem, wie die Eltern sprechen. Sie
ahmen alles nach.
1)
Das Kleinkind lebt im Rhythmus des Atmens, im Wechsel von Schlafen
und Wachen, von Hunger und Sättigung.
2 ) Es probiert mit Mund -, Lippen -, Zungenbewegung aus, Laute
hervorzubringen: Mamamam…., brrrrrrr…, lelelele...…..
3 ) Das Kind fühlt die Stimmung, in der sich Mutter oder Vater
befinden, und es hört das jeweils dazu gesprochene Wort. Es
verbindet die Wahrnehmung der Stimmung mit dem gehörten Klang.
Von einem Radio oder Fernseher lernt das Kind nicht sprechen, weil
die Geräte nur die technische Akustik liefern.
(-->
Sprachförderung)
Sprachbildend
sind:
a) Fingerspiele und Kosereime:
"Kinne Wippchen, rotes Lippchen ....." oder "Da hast`nen
Taler, kauf dir `ne Kuh....." Die Mutter berührt das Kind
liebevoll, und spricht deutlich die Verse. Das Kind fühlt seinen
Körper, den es ergreifen will, und erlebt gleichzeitig die
künstlerische Verbindung des Wortes mit dem Rhythmus, der ja
Grundlage seiner Lebensvorgänge ist.
b) Kinderlieder (vergleiche alte und neue!)
c) Kinderreime folgen für etwas größere
Kinder ..." wie" Hoppe Hoppe Reiter..." , "Säge
säge Holz entzwei", welche (deutlich gesprochen und mit
entsprechenden Bewegungen begleitet) die Dimensionen oben - unten,
vorn - hinten.... im Gehirn veranlagen und damit die spätere
Denk- und Sprachfähigkeit. (siehe www.wortforum.de, Heide Mende
- Kurz, Logopädin, Tel. 0711 – 447766 : Spiel, Sprache,
Gehirn- u. Kieferbildung, Zahnstellung)
c) Kettenmärchen: (siehe
links: "Der Pfannkuchen") Aus der Vertrautheit der Wiederholung
und der Geborgenheit des bereits Bekannten wird bei jeder Strophe
ein neuer Schritt ins unbe- kannte Leben hinaus getan. Das Kind
erlebt gesicherte Fort- schritte auf dem Lebensweg.
d) Märchen ab ca. 5 Jahre in der Originalsprache
der Brüder Grimm, wie "Der süße Brei",
"Der Wolf und die 7 jungen Geißlein", so kurz, daß
das Kind die Handlung gut verfolgen kann.
Grausame
Märchen - ängstliche Kinder?
Woher kommen die Ängste? Vom Zweifeln des vorlesenden oder
erzählenden Erwachsenen! Er darf nur das vorlesen, womit er
völlig einverstanden ist. Sonst spürt das Kind seine Unsicherheit
und hat Angst. Dazu sollte er etwas wissen von der
Bedeutung
der Märchen
Eine Frage: Haben Sie schon einmal den Kopf verloren, weil Sie Ihr
Herz verschenkt haben? Ja? Nun, damit haben sie den Schlüssel
zum Verständnis der Märchen in der Hand. Nehmen wir zwei
der bekanntesten Volksmärchen:
ROTKÄPPCHEN:
Steckt unsere Zivilisation heute nicht auch in einem dunklen, engen
Wolfsbauch? Rotkäppchen muß zwar vom Weg abgehen, um
selbständig zu werden, aber was fängt sie mit den vielen
"Blumen" an, die sie aus ihrem Lebenszusammenhang gebrochen
hat? Wenn sich unsere Seele im Spiegel sehen könnte, würde
sie dann nicht auch über die großen Augen und Ohren erschrecken,
mit der sie die Welt gierig in sich aufgenommen hat, über die
großen Hände, die alles raffen, den großen Mund,
der sich alles einverleiben wollte? Wer bringt wieder Licht in die
Sache durch sein Unterscheidungsvermögen, die Schere?
Es geht hier nicht darum, daß ein Wolf ein Kind zerfleischt,
auch nicht um Verführung einer Minderjährigen im Wald,
sondern um Fragen der Menschheitsentwicklung, die jeder Mensch individuell
für sich durchmacht. Wenn die Erzieherin das einmal gedacht
hat, wird sie "Rotkäppchen" aus einer größeren
Ruhe heraus er- zählen. Schockierende Dramatik verbietet sich
dann von alleine.
DER
WOLF UND DIE SIEBEN JUNGEN GEISSLEIN: Das Kind will sich
mit der Welt verbinden, und dazu benutzt es seine Sinne. Die Geißlein
sind ein Bild für die Neugier, mit der das geschieht. Diese
Neugier läßt sich natürlich verführen. Das
zuhörende Kind identifiziert sich mit den Geißlein, und
ihm wird die Dunkelheit zugemutet. Um so tiefer erlebt es die Befreiung
am Ende. Die Gewißheit, daß eine unzerstörbare
Kraft in unserem Innersten, im "Uhrenkasten" das Dunkel
überlebt, wird zur späteren Lebenssicherheit. Bei Rotkäppchen
stürzt die dunkle Macht am Ende zu Boden – hier fällt
sie in die dunkle Tiefe und stirbt. Sie erhält den ihr gebührenden
Platz zugewiesen.
Sprachförderung
durch Original Grimm - oder modernisierte Texte?
Die Originaltexte der Grimmschen Märchen werden heute immer
mehr von "modernisierten" Fassungen verdrängt. Die
Poesie der Grimmschen Texte aber birgt viele inhaltliche Geheimnisse,
die einem erst aufgehen, wenn man die Märchen nachzuerzählen
versucht oder sie auswendig lernt. Ihre Sprachgenauigkeit und ihre
ruhige Bilderfolge sind unübertroffen. Der Zuhörer kann
durch die Bilder wandern und sie in sich aufnehmen. Sie sinken zwar
ins Unterbewußte ab, werden aber zu freilassenden Vorbildern
und geben später Lebenssicherheit in Krisensituationen. Klang
und Rhythmus der Grimm -Texte sind sprachbildend und spachfördernd.
Auch ältere Kinder lauschen ihnen immer wieder fasziniert,
sie kosten und schmecken unbekannte Worte wie geheimnisvolle Verheißungen.
Erzählen
oder Vorlesen?
Beim Erzählen erleben die Zuhörer unmittelbar den Menschen,
der ihnen für die Wahrheit der Geschichte bürgt. Der Vorleser
dagegen widmet abwechselnd seine Aufmerksamkeit dem Buch, dann wieder
den Zuhörern. Das hemmt den Fluß der Erzählung.
Das Vorlesen sollte man deshalb vorbereiten, indem man das Märchen
2 - 3 mal vorher liest. Beim Erzählen mit eigenen Worten sollte
man wenigstens die gereimten Verse ("Heute back ich, morgen
brau ich...") wörtlich bringen, weil die Kinder ein gutes
Gedächtnis haben und auf die einprägsamen Klänge
warten.
Erziehung
der Kinder und Selbsterziehung der Erzieher:
Charakterbildung und soziale Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen,
Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Geduld oder Friedfertigkeit werden
heute in Erziehung und (Aus-)Bildung immer wichtiger und bedürfen
mehr und mehr unserer Aufmerksamkeit. Dazu empfehle ich folgenden
Link: www.tugendprojekt.de
.
Referenzen
(sortiert
nach Postleitzahl)
22395
Hamburg, Spielgruppe Kliemt, Tel. 040 – 604 6976
(Juli und Sept. 2000, Mai und Okt. 2001)
23795
Bad Segeberg, Waldorfkindergarten, Frau B. Klose, Tel.
04550 – 1015 (Okt. 2002, Mai 2003)
23843
Bad Oldesloe, Waldorfkindergarten, Frau Mader, Tel. 04532
– 24 358 ( Mai 2001 und 2003)
26384
Wilhelmshaven, Waldorfkindergarten, Frau Dr. Wappler-Urdahl,
Tel. 04421-34695 ( Nov. 2001)
31036
EIME, Wassermühle, Frau U. Klaffke, Tel. 05182 –
8395 (Sept. 2002, Mai 2003)
58313
Herdecke, Klinik-Kindergarten, Frau M. Bleks Tel. 0231
– 73 41 02 (Mai 2002)
70176
Stuttgart, Schloßstr. 81, Jugendamt Stuttgart, Qualifizierungsveranstaltung
für Tagesmütter und Pflegeeltern: "Märchen vorlesen
und erzählen" (24.11.2008 u. 8.12.2008)
70619
Stuttgart, Evangelischer Kinderhort Riedenberg, Frau Rock
Tel. 0711 – 47 90 168 (Jan. 2000)
71665
Vaihingen / Enz, Steinbeißstr. 65, Waldorfkindergarten
Tel. 07042 - 13441 "Die Bildsprache der Märchen"
für Eltern und Erzieher. (9.5.2007)
72574
Bad Urach, Kindergarten Römerstein, Frau Hahn, Tel.
07382 – 5536 ( März 2003)
73237
Köngen, Waldorfkindergarten Römerstraße,
Tel. 07024 - 84 214 , Vortrag zur Fortbildung für Eltern und
Erzieherinnen mit erzählten Märchenbeispielen. (15.5.2007,
23.5.2008, 16.7.2008, 30.7.2008, 10.9.2008, 21.7.2009, 6.10.2009,
3.11.2009)
73430
Aalen, Zeppelinstr.67 Waldorfkindergarten Fortbildung Märchenverständnis,
Erziehung und Selbsterziehung für Eltern und Erzieherinnen.(17.1.2007
/ 21.2.2007 / 22.3.2007)
Echo
der Erzieherinnen:
„Am nächsten Tag haben sie die Geschichte von „Wirbelwind“
schon nacherzählt.“
„Die Kinder haben gefragt, ob Sie jetzt jeden Tag kommen?“
Pressestimmen:
„…..andächtig lauschende Kinder…..“
„…..wenn ihr die Augen schließt, könnt ihr
die Bilder sehen.“
„Wenn Frank Jentzsch Märchen erzählt, hängen
die Zuhörer an seinen Lippen.“
„…Frank Jentzsch vermochte es, die Kinder so in die
Märchenwelt eintauchen zu lassen, daß ein großer
Teil der kleinen Märchenfreunde ihm am Ende der Stunde buchstäblich
zu Füßen saß......
(Frank
Jentzsch, 22.2.2008 / 9.2.2009 / 11.1.2010)
--> Druckversion
Flyer "KINDERGARTEN"
(Faltblatt DINA4, zweiseitig)
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