| Fortbildungs-Seminare
zum Märchen-Erzählen-Lernen und Märchen-Deuten mit
Frank Jentzsch mit
Übungen zum
Vorlesen und freien Erzählen, zum
Lernen von Texten, zum Vortragen und zur Sprachqualität. Wie
erzähle ich überzeugend? Ist Lampenfieber vermeidbar?
Erzählkunst ist Sprachförderung! - Eine Ahnung von den
Sinnbildern der Märchen verstärkt die Motivation der Teilnehmer:
Brauchen
Menschen Märchen? Sind Märchen frauenfeindlich, weltfremd,
grausam?
SEMINAR-Beispiel
(ein Wochenende oder vier Abende)
1.
Schritt - Jeder
schildert ein eigenes starkes Erlebnis. Alle zeigen damit, daß
sie lebendig erzählen können.
2. Schritt - Lautes
Vorlesen eines Märchentextes (Grimm) und aufmerksames Zuhören.
Wie wird der Text zum inneren Erlebnis?
3. Schritt - Zur
Auflockerung den gedruckten Text fröhlich, betrübt, wütend
... vorlesen, dann sich fragen: Was will der Text selber?
4. Schritt - Artikulationstraining:
deutliche, klare Aussprache aller Laute! (Teil 1)
5. Schritt - Übungen
zum freien Erzählen und zum Auswendiglernen (Teil 1)
6. Schritt - Die Sinnbilder der
Märchen: Die Stiefmutter, der Wolf, die Grausamkeiten, die
Helfer, Märchenwege usw.
7. Schritt - Artikulationstraining:
Deutliches Sprechen belebt Sprecher und Zuhörer! (Teil 2)
8. Schritt - Übungen
zum Auswendiglernen (Teil 2)
9. Schritt - Rückblick
_______________________________________________________________________________
SEMINAR
- Inhalte:
1)
Etwas zur Deutung der Märchen: Sie
ahnen, daß Märchen mehr sind als normale Alltagsgeschichten.
Aber die Fragen nach den Grausamkeiten, der Rolle der Frau im Märchen,
dem unrealistischen Märchenhelden kann man nicht so einfach
beiseite-schieben. Und Sie scheuen sich vielleicht zu Recht, den
Märchen mit Psychoanalyse zu Leibe zu rücken, um ihren
Zauber nicht zu zerstören. Vergleichen Sie einmal die folgen-den
beiden Aussagen:
1)
Peter hat bei dem Unfall ein Bein verloren, und
Jutta hat eine Niere gespendet. (Materiell gemeint)
2)
Klaus hat den Kopf verloren, weil er sein Herz
verschenkt hat. (im übertragenen Sinne gemeint)
Märchen
sprechen in der zweiten Art zu uns. Märchen schildern menschheitliche
und individuelle Seelenentwicklung in symbolischen Bildern. Sie
sind Sinnbilder menschlicher Entwicklungswege. Und damit wir nicht
nur gedanklich darüber stehen und urteilen, sondern mit-erleben
und dadurch lernen, kleidet das Märchen seine Inhalte in alltägliche
Figuren, mit denen wir uns identifizieren können. Die inneren
Bilder können in uns zu freilassenden Vorbildern werden, auch
noch nach Jahren.
2) Äußere Bilder: Illustrationen,
Filme, Videos
Nehmen
wir an, Sie hätten ein Buch gelesen - und nun schauen Sie sich
den Film dazu an: Alles "falsch"! Warum? Weil die Bilder
des Regisseurs nicht die Ihren sind, ganz einfach. Wir werden darüber
sprechen, warum es vor allem für Kinder wichtig ist, sich eigene
innere Bilder zu machen, und nicht die Vorstellungen eines Grafikers
oder Entwerfers übernehmen zu müssen.
3)
Vorlesen und Erzählen
Stellen
Sie sich vor, Sie hätten gerade etwas Schönes erlebt.
Da treffen Sie Ihre Freundin und sagen: "Warte, ich muß
etwas aufschreiben und Dir vorlesen!" Unvorstellbar, nicht
wahr? Ja, natürlich erzählen Sie ihr sofort ohne Umwege
frisch und lebendig, was Sie auf dem Herzen haben, was sonst? Diese
Frische und Lebendigkeit möchten die Zuhörer in jedem
Gespräch erleben. Vorlesen und Erzählen aber sind Gespräche
mit den Zuhörern. Nun sind die gedruckten Texte tot. Sie möchten
von uns zum Leben erweckt werden. Dazu müssen wir sie uns zu
Herzen nehmen und sie innerlich erleben. Damit verleiben wir sie
uns ein, und dann können wir sie aus unserer Persönlichkeit
heraus - by heart - erzählen oder vorlesen, als wär`s
ein eigenes Erlebnis.
Das Lampenfieber und die Angst vor dem Publikum werden in dem Maße
verschwinden, wie wir es schaffen, uns beim Sprechen auf das Märchen
zu konzentrieren, ganz in seinen Bildern zu leben. Unsere Freude
über die Schönheit der Sprache wird uns beim Auswendiglernen
helfen. Dazu gibt es eine Methode, die das Lampenfieber Schritt
für Schritt nahezu abschafft. (-->
Lernmethoden)
Auf jeder Stufe können Sie sich aber immer dafür entscheiden,
vorzulesen - und das entsprechend frischer und lebendiger, als wenn
Sie nicht geübt hätten das Märchen zu erzählen.
4)
Die Sprache
Wir
haben in der deutschen Sprache das Glück, daß die Brüder
Grimm Märchen gesammelt und aufgeschrieben haben. Ihre Texte
wirken sprachbildend, aufbauend, heilend. Ihre einzigartige Erzählkunst
wird deshalb gerade heute - als Sprachförderung
- dringend gebraucht. Das wird uns aber erst richtig bewußt,
wenn wir sie sprechend nachzuschaffen versuchen, oder sogar auswendig
lernen. Dann beginnen wir erst ihre Feinheiten zu bemerken, über
ihre Genauigkeit und Schönheit zu staunen, während wir
sonst üblicherweise beim Darüberhinlesen nur die Informationen
verstehen und "abhaken".
5)
Kinder lernen sprechen
Sie
fühlen die Stimmung, in der sich die Erwachsenen befinden.
Dann hören sie die dazu gesprochenen Worte. Innerlich verbinden
sie Stimmung und Klang. Vor einem Rekorder oder Fernseher lernen
sie nicht sprechen, weil diese Geräte nur die Akustik des Wortes
bringen. Nehmen wir uns also die Zeit, mit unseren Kindern zu sprechen,
für sie zu erzählen. Keine Kassette kann das ersetzen.
Nach
dem Ausprobieren von Mundraum, Gaumen, Zunge, Lippen mit "m
m m... ma ma ma.... lä lä lä.... brr brr brr..."
usw. genießen sie die Kosereime "Kinne wippchen, rot
rot Lippchen....", später "Das ist der Daumen, der
schüttelt die Pflaumen...", dann Spiele wie "Hoppe
hoppe Reiter...", bei denen der Erwachsene rhythmisch und deutlich
spricht, jeden Laut ausprägt. Erleben der Stimmung, Klang,
Rhythmus und Empfindung des eigenen Körpers in der Berührung
läßt das Kind freudig den eigenen Körper und die
Muttersprache ergreifen. Die alten Kinderreime bauen durch ihre
Lautkombinationen den Mund-, Nasen-, Rachenraum, sorgen durch die
richtige Haltung der Zunge für eine gute Zahnstellung und veranlagen
die spätere Sprech- und Denkfähigkeit des Menschen.
6)
Erwachsene lernen sprechen
Kinder
können uns darauf aufmerksam machen, was Klang, Rhythmus und
jeder einzelne Laut in die Welt bringen und bewirken. Ein K (kurz,
knapp, Karate, Krach...) ist ein anderes Wesen als W (Welle, weich,
Woge...) und erzeugt andere Bilder. Üben wir also, alle Laute
in ihrer Eigenart zu würdigen und deutlich auszusprechen. So
deutlich, wie wir als Eltern, als Erzieher und als Lehrer sprechen,
so lernen es unsere Kinder. Sprache veranlagt das Denken und soziale
Fähigkeiten. --> Sprachförderung
7)
Erziehung der Kinder und Selbsterziehung der Erwachsenen:
Wichtig ist, daß die Erwachsenen sorgfältig sprechen
lernen, denn von ihnen lernen es die Kinder. Das Sprechen wirkt
ja gehirnbildend und veranlagt das spätere Denken. Siehe -->
Sprachförderung,
Absatz 13). Auch Charakterbildung
und soziale Fähigkeiten wie Konsequenz, Durchhaltevermögen,
Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Geduld oder Friedfertigkeit werden
heute in Erziehung und (Aus-)Bildung immer wichtiger und fordern
uns zum Üben heraus. Eine interessante Initiative dazu findet
man unter www.tugendprojekt.de
.
Techn.
Bedingungen für Veranstaltungen
Referenzen:
(einige Seminare ab 2002, sortiert nach Datum)
7.1.–10.1.2002
Pädagogisch–Soziales Zentrum, 44225 Dortmund,
„Medizinisch-Pädagogische Woche“: Seminar für
Erzieherinnen „Märchen verstehen und lebendig erzählen“
21.1.2003
Stuttgarter Märchenkreis im 9- Abende–Fortbildungskurs
„Märchen erzählen lernen, 70173 Stuttgart –
am Schloßplatz , und 27.1.2003 / 3.2.2003
16.-19.7.2003,
Fachakademie f. Sozialpädagogik, Berufsbildungszentrum,
97702 Münnerstadt, 3 Vormittage für Sozialpädagogen
und Erzieherinnen.
7.–8.11.2003
IPSUM-Institut, 70184 Stuttgart Libanonstr. 3, Dr. R. Patzlaff,
Fortbildung für Erzieherinnen "Äußere und innere
Bilder"
8.12.2003
Stadtbücherei Giessen, 35390 Giessen, Kongreßhalle,
Einstieg ins Märchen-Erzählen-Lernen und Vorlesen
10.2.2004
Waldorfkindergarten, 91217 Hersbruck – Ellenbach,
Märchen erzählen und deuten lernen und 27.3.2004 / 28.03.2004
/ 18.04.2004 / 27.04.2004 / 28.4.2004
19.3.2004
21.3. MÄRCHENTAGUNG, CH 4143 Dornach, Goetheanum "Erzählen
lernen mit Schwerpunkt auf der Bildsprache der Märchen"
25.5.- 26.5.2004 WELEDA AG. Pflegefachtagung 73625
Schwäbisch-Gmünd, "Märchen helfen heilen"
Hilfen zur Sterbebegleitung"
7.6.2004
TREFFPUNKT RUIT 73760 OSTFILDERN –Ruit, Kurs: Die
Bildsprache der Märchen / 14.6.2004 / 21.6.2004 / 8.6.2004
/ 5.7.2004 / 12.7.2004 / 13.9.2004
29.1.2005
Hospizdienst 73430 Aalen, Wilhelm-Merz-Str. 4, "Märchen
in der Sterbebegleitung" Übungen für Mitarbeiter.
28.-29.4.2007
Burg Ludwigstein, Kulturinitiative Idee+Bewegung, 37214
Witzenhausen, Kurs zum Märchen-Erzählen-Lernen für
Jugendleiter
23.5.2008
und 16.7.2008 / 23.7.2008 / 30.7.2008 / 10.9.2008 / 24.11.2008
/ 8.12.2008 / 21.7.2009 / 6.10.2009 / 3.11.2009 Waldorfkindergarten
73257 Köngen, Märchendeutung, Sprech- und Erzählübungen
für Eltern und Erzieherinnen, sowie Hinweise zur Erziehung.
24.9.-25.9.2010
Katholische Pädagogische Hochschule, A 6020 Innsbruck,
Fortbildungskurs „Märchen erzählen lernen“
für berufstätige Erzieherinnen.
30.9.2010
Paracelsusschule, A 5412 Puch (Salzburg) Fortbildung Lehrerkonferenz
13.9.2011 bis 29.9.2011
Märchen erzählen lernen - sechs Seminare in den Waldorfkindergärten: 1) Schloß Eisenbach, 36341 Lauterbach, 2) 33611 Bielefeld, 3) 59423 Unna, 4) 57518 Betzdorf, 5) 68723 Schwetzingen, 6) 75173 Pforzheim.
Teilnehmerecho:
"Mir
einer dicken Portion Herzenswärme schaffte es der immer wache
Märchenerzähler, uns alle mit in seine Begeisterung einzuschließen.….
daß in dieser Woche eine Mauer eingestürzt ist aus Unwissenheit
und Sprachlosigkeit, aus Vorurteilen und Schüchternheit …"
„Der Kurs hat mir sehr geholfen, endlich wage ich mir, vor
anderen Menschen den Mund aufzumachen….“
„...
schlossen sich am Ende der …Veranstaltung spontan einige Begeisterte
zusammen, um auch in weiterer Zukunft Treffen zu organisieren, bei
denen erzählt, gelauscht und gedeutet wird.
"Ich
fand es auch gut, daß Frank Jentzsch uns beim Märchendeuten
behutsam freilassend geführt hat, so daß die Fragen von
den Kursteilnehmern selber kamen. Herr Jentzsch hat nicht festgelegt,
sondern neugierig gemacht, so daß ich Lust bekommen habe,
weiter daran zu arbeiten. Die Kurse ....... haben mir die Hemmung
genommen, vor einer größeren Gruppe von Zuhöreren
zu erzählen."
"Endlich
traue ich mich, kleinere Märchen und Geschichten vor Publikum
zu erzählen und mich zu exponieren. Ich habe jetzt eine Methode,
Texte auswendig zu lernen, wo ich in jedem Stadium schon ohne großes
Lampenfieber erzählen kann, und mich von Fortschritt zu Fortschritt
mehr freue. "
(Stand:
27.2.2006 / 7.10.2008 / 11.1.2010 / 23.6.2010 / 12.5.2011 / 16.7.2011)
-->
Druckversion Flyer "Seminare"
|